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Amstrad CPC / Kurioses

Amstrad/Schneider CPC 6128 - Kurioses
Raubkopierer-Falle (12/1992)

Im Dezember 1992 erreichte mich ein Brief. Er kam von einer gewissen Tanja Nolte-Berndel aus Gladbeck, einem jungen Mädchen, das um den Tausch von CPC-Spieledisketten bat. Ich hatte zu dieser Zeit in der Zeitschrift ComputerFlohmarkt Inserate veröffentlicht in denen ich ein selbstprogrammiertes Textadventure zum Kauf anbot. Auf diese Zeitschrift bezog sich der Brief. Dem Brief lag ein Foto eines jungen Mädchens bei, das auf einem Wohnzimmersessel sitzt.

Später wurde bekannt, daß nicht nur CPC-User, sondern auch C64- und Amiga-Anwender nahezu identische Briefe erhielten, teils mit anderem Foto, teils von anderen Absendern (Monika Witte, Jasmin Flechtner, Sonja Stein, Silke Kempen, Michaela Kriegel, Veronika B., Simone Reuenberg, etc). Nachforschungen eines Computermagazins ergaben, daß hinter diesen "Fangbriefen" ein - mittlerweile in EDV-Kreisen bekannter Rechtsanwalt - steckt.
Ging der/die Angeschriebene (meist Teenager zwischen 10 und 19 Jahren) auf diese höfliche Anstiftung zum Disketten-Kopieren ein, so flatterte kurze Zeit später ein (frei)herrliches Abmahnungsschreiben seiner Kanzlei ins Haus, Zahlungsforderung inklusive - meist zwischen 2000 und 10000 DM.

Ich habe den Brief beantwortet ... und habe leider "vergessen", Porto draufzukleben ;-) Freut mich, daß ich Herrn Gravenreuth für diesen miesen Anstiftungsversuch zu einer strafbaren Handlung damit um den Betrag von 1 DM prellen konnte; denn logischerweise hat er den Brief angenommen, da er einen neuen Fall witterte.

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3 Zoll Diskettenknappheit

Zu Beginn des Jahres 1987 gab es einen weltweiten Produktionsengpass von 3 Zoll-Disketten. Für 10 Disketten (Markendisketten zB Maxell CF2, zweiseitig, 178 KB pro Seite) bezahlte man (zwischen 1985 und 1992) Preise zwischen 119 DM und 69 DM; das waren bis zu 60 EUR für 3.5 Megabyte ;-)

Natürlich sollte man nicht verschweigen, daß Amstrad angeblich deswegen 3-Zoll-Laufwerke im CPC verwendet hat, weil das Unternehmen - als der CPC 6128 entworfen wurde - preiswert an eine große Menge Laufwerke aus Fernost kam. Das schlug sich dann natürlich auf den Diskettenpreis nieder, denn außer dem CPC 664, 6128 und dem Joyce verwendete kein wirklich populärer Heimcomputer dieses Diskettenformat. Andere Homecomputer mit 3"-Disketten waren z.B. der Amstrad Spectrum +3 und der Tatung Einstein.

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3'' disc
CPC 5512

Was Amstrad nicht zustande bekam, schaffte das französische Magazin "Hebdogiciel" im Jahre 1985. Das Magazin erschuf den Amstrad CPC 5512 und stellte ihn in der Juni/1985-Ausgabe vor. Das neue Modell bestach durch ein 5.25-Zoll Laufwerk (statt 3 Zoll), Z80 CPU, 4 MHz, MIDI-Port, RS232-Konnektor, 512 KB RAM, 48 KB ROM, einer internen Uhr, einer graphischen Benutzeroberfläche und neuen Basic Befehlen (CIRCLE, PAINT, SCROLL, CLOCK, MUSIC).

Die Satire zeigte Wirkung ... Amstrad verklagte das Magazin, weil angeblich für einige Zeit die CPC 6128 Verkäfe spürbar nachließen ;-)

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CPC 5512
Brutalität in Computerspielen ...

... war in den mittleren 1980er Jahren genauso ein Thema wie heute. Allerdings waren die technischen Möglichkeiten noch so begrenzt, daß man von realistischer Brutalität noch lange nicht sprechen konnte. Wenn es um das Töten von Gegnern oder das Abschießen von Flugzeugen ging, hatte man es meist immer mit Ausserirdischen zu tun, denn das rettete das Spiel vor einer Indizierung durch die BPS. Selbst Flugsimulatoren kamen ins Gerede, weil "man sich darüber klar sein muß, daß in dem abgeschossenen Flugzeug ein Mensch sitzt". Aus diesem Grund wurden oftmals kurz vor Veröffentlichung die Gegner oder Flugzeuge zu "Nicht-Menschen" umgestaltet ... oftmals genügte es schon, aus rotem Blut eine grüne Körperflüssigkeit zu machen und in der Anleitung die Gegner als "menschenähnliche Aliens" darzustellen.

Ein aus heutiger Zeit - siehe Talkshows am Nachmittag, Nachrichtenerstattung, dem Realismus heutiger Spiele sowie der Brutalität in den Medien - mittlerweile eher amüsantes Zeitdokument ist folgender Testbericht zum Computerspiel Barbarian I.

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Barbarian I
3D - 1990

"Über 380 Screens im futuristischen High-Tech-Design, mit blitzschnellem Bildaufbau und als besonderer Leckerbissen: Die Multi-Perspektive, mit der man die Hindernisse aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten kann."

Mit diesen Superlativen erschien 1986 das Spiel "Spindizzy" auf dem CPC 6128. Multikameraperspektive, schneller Bildaufbau, 3D und High-Tech-Design ist mittlerweile Grundausstattung in Computerspielen, dennoch sind Charme und Bann von "Spindizzy" bis heute ungebrochen.

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Spindizzy
D????soft Antivir

Um den nervigen Bruder seines Kumpels eins auszuwischen, schrieb einer meiner CPC-Freunde ein recht sinnfreies Programm. Das Programm gab auf billigste Art und Weise vor, Disketten zu reparieren, die von einem Virus befallen sind, der zB während des Ladens eines Programms ein "read failed" verursacht (was beim CPC ein ganz normaler Lesefehler war) ;-). Das Programm schien - trotz der geringen Dateigröße von sagenhaften 2 Kilobyte einen Haufen Code nachzuladen, brilliant gelöst mit einer simplen For-Next-Schleife und dem mehrfachen Aufruf eines unsichtbaren Directorylistings. Nach dem Einlegen der vermeintlich infizierten Diskette löscht das Programm den Disketteninhalt und gibt eine sinnlose Fehlermeldung aus.

Da mein ehemaliger CPC-Kumpel trotz seines ausgefeilten Könnens aus unverständlichen Gründen ;-)) heute nicht in der Softwarebranche arbeitet, erlaube ich mir, sein Programm hier mit einigen Screenshots vorzustellen ;-)

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dsoft